Ein Kurs für Studierende aller Fachrichtungen mit abgeschlossenem
Vordiplom
Dozenten:
Das Thema dieses Kurses fällt aus dem üblichen Rahmen der
Ferienakademie und bezeichnet doch den Ausgangspunkt technischen Schaffens:
die Frage, was wir klugerweise mit unseren technischen Fähigkeiten tun
sollten, damit unser Leben gelingt. Steht in einem
technisch-naturwissenschaftlichen Studium der Erwerb von Handlungswissen
an erster Stelle, so geht es hier um Orientierungswissen für das Gestalten
einer technisierten Welt und das Leben in ihr. Es geht um Wege, das technisch
Mögliche am gesellschaftlich Wünschbaren zu messen, um es idealerweise
miteinander in Einklang zu bringen. Ethik der Technik bezeichnet also nicht
einfach nur einen Verbotskatalog, wie oft verkürzt vermutet wird, sondern
ist die Theorie des menschlichen Gelingens der Technik. Eines Gelingens in
dem Sinne, daß es Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht,
das sie und ihre Umgebung als gut erfahren.
Für die Untersuchung und schließliche Beantwortung der entscheidenen
Frage, was ein gelingendes, selbstbestimmtes Leben sei, das als »gut«
empfunden werden kann - und welche Rolle die Technik darin spielt, bieten
Philosophie, Theologie und Geschichte die wissenschaftlichen Methoden. Diese
kennenzulernen und in Bezug auf die Technik anzuwenden, ist das Ziel des
Kurses. Technik steht also auch hier im Mittelpunkt, doch wird sie aus einer
geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Perspektive betrachtet, um jenseits
des bloßen Funktionierens Kriterien für ihr Gelingen in der
Gesellschaft zu erarbeiten. Diese Fragestellung geht weit über das hinaus,
was gemeinhin mit den gedankenlosen Schlagworten »Technikakzeptanz«
und »Technikfeindlichkeit« beschrieben wird. Statt technische
Lösungen als gegeben oder »sachgesetzlich« zu betrachten,
werden sie hier als menschliche Gestaltungsaufgabe verstanden, deren Ziel
und Maßstab ein gutes Leben (möglichst) aller ist. Die Bedingungen,
unter denen dieses Ziel erreichbar ist, wie die genaue Definition des Zieles
selbst, werden Gegenstand der Arbeitssitzungen sein. Das Ziel des Kurses
ist die Erarbeitung eines methodischen Zugangs zur Beurteilung ethischer
Fragen in der Technik.
Zur Vorbereitung in München und für Interessenten, die nicht
an der Ferienakademie teilnehmen können oder wollen, veranstaltet der
Arbeitskreis "Technik und Ethik an der TUM" eine Vortrags- und Diskussionsreihe.
Prof. Dr. Ulrich Wengenroth wird an drei Abenden einführende Vorträge
zu zentralen ethischen Fragen in der Technik halten, die dann in der
anschließendenden Diskussion vertieft werden.
Die Vortragsthemen sind:
Zeit und Ort: 19 Uhr c.t., Hörsaal 0606 im Hauptgebäude an der Arcisstraße.